Aufgaben:
Wähle
eine unter den Aufgabenstellungen aus:
1.) Ben Ross schreibt für die Schülerzeitung einen Leserbrief,
indem er mit Bezug auf
Vorwürfe, die ihm gegenüber erhoben wurden, rückblickend
sowohl Stellung nimmt
- zu den ursprünglichen Motiven
(Leitgedanken) der Welle, als auch
- zu ihrem Verlauf, ihren Auswirkungen
und seinem eigenen Verhalten
2.) Ordne das 17. Kapitel in den Gesamtzusammenhang des Buches
ein!
Arbeite anschließend durch eine genaue
Textuntersuchung wichtiger Abschnitte
des Kapitels die Auswirkungen der Welle auf die
Schüler/innen heraus!
Beurteile vor diesem Hintergrund die im
Schlussteil beschriebene Beendigung der
Welle durch Ben Ross bezüglich ihrer Motive
(Leitgedanken) und bezüglich ihrer
Folgen!
3.) Schildere in der Form einer Szene mit Dialog oder eines
Briefwechsels,
- wie sich aus deiner Sicht das Leben an
der Gordon Highschool nach Beendigung
der Welle gestaltet hat,
- wie einzelne Schüler/innen (Robert,
Laurie, David oder Amy) ihre Erfahrungen mit
der Welle verarbeiten und
- welche Konsequenzen sie daraus ziehen!
Lösung zu Aufgabe 3:
3) (Robert ist weggezogen, Laurie schreibt ihm.)
20.8.2000
Hi
Robert,
Wie geht´s dir eigentlich so? Ist die neue Schule besser als die alte?
Ich hoffe du has dich schon gut eingelebt. Bei uns ist eine mittlere
Katastrophe ausgebrochen.
Viele
Schüler meiden Ben Ross, nennen ihn einen Verräter. Andere wiederum
haben schreckliche Schuldgefühle, Amy zum Beispiel. Sie macht sich Vorwürfe,
in denen sie sich als treuloses Monster bezeichnet. David sieht das
alles eher locker. Er ist froh, dass die Welle vorbei ist. Ingesamt ist
es aber unerträglich an der Gordon High School. Überall heulende Schüler
mit ausdruckslosen Gesichtern! Einige jüngere Schüler können nicht
begreifen, dass es die Welle nicht mehr gibt. Sie wollen ihren eigenen
Club gründen, möglichst ähnlich wie die Welle. Doch das darf ihnen
nicht gelingen!
Deine Laurie
P.S.
Ich finde es echt Schade, dass du weggezogen bist. Aber schreib mir doch
mal!
20.8.2000
Hallo
Laurie!
Mir geht es gut, ich habe hier an der Malton High School viele Freunde
und bin sehr beliebt. Ich glaube, dass mir erst jetzt die Augen geöffnet
wurden. Das hat auch was mit der Welle zu tun:
In
ihr wurde ich ein neuer Mensch, lebte richtig auf, wurde respektiert.
Das war alles so neu für mich, doch ich fand es echt toll. Und ich
glaube, dass war auch der Hauptgrund, weshalb ich bei der Welle
mitgemacht habe: Ich habe einfach einen Sinn des Lebens in ihr gesehen.
Vorher war mir alles egal, ich wusste nicht, was es für einen Sinn
hatte dass ich zur Schule gehe. Alles war mir gleichgültig, mein
Aussehen, meine Noten, meine Mitschüler!
In
der Welle war das, wie schon gesagt, alles ganz anders. Da war ich
jemand, eine Persönlichkeit. Doch als die Welle endete, fiel ich zuerst
in ein großes schwarzes Loch der Enttäuschung und Wut. Ich verbrachte
zwei Tage zuhause mit weinen und vor-mich-hin-starren. Meine Mutter
suchte mit mir alle möglichen Phsychiater auf, doch keiner konnte mir
helfen. Bis ich darauf kam, dass das Leben weitergehen muss. Zu diesem
Zeitpunkt waren wir gerade umgezogen.
Ich
dachte nach, und kam darauf, dass ich einfach so weiterleben könnte wie
ich es in der Welle getan hatte: eine richtige Persönlichkeit eben. Tja
und jetzt bin ich sehr glücklich hier. Hoffentlich geht der Krawall an
deiner Schule bald vorbei.
Dein
Robert
P.S.
Schreib zurück!
05.09.2000
Lieber
Robert!
Endlich ist wieder Ruhe an unserer Schule eingekehrt! Die meisten haben
sich wieder beruhigt, das Leben geht weiter! Darüber bin ich wirklich
sehr froh. Direktor Owens hat für die Unterstufe mehrere Bastel-AG´s
organisiert, wo sie sich, wie in einem Club, regelmäßig treffen.
Auch
Amy und Brian, die vor zwei Wochen ziemlich verwirrt waren, sind endlich
zur Ruhe gekommen. Sie sind jetzt übrigens zusammen. Es gab auch ein klärendes
Gespräch zwischen Amy und mir, der ewige Konkurrenzkampf hat nun
endlich ein Ende! David und ich haben uns nun auch entgültig versöhnt,
ich kann ihm verzeihen, dass er in der Welle war.
Mr.
Ross kann jetzt auch wieder normal rumlaufen, ohne mit stechenden
Blicken konfrontiert zu werden. Nur ab und zu hebt jemand scherzend den
Arm und schwenkt ihn in Wellenform vor sich her. Doch dann lächelt Ben
Ross bloß. Es ist soviel passiert in letzer Zeit!
Ich
selbst habe die Sache mit der Welle recht gut überwunden, glaube ich.
Gespräche mit meinen Eltern haben mir dabei sehr geholfen. Willst du
nicht zurückkommen auf die Gordon High School? Alle würden sich sicher
sehr freuen! Überleg es dir noch mal.
Bis
bald, Laurie
09.09.2000
Hi
Laurie!
Ich glaube, es ist besser, ich komme nicht zurück! Nicht, dass ich
etwas gegen dich und die anderen hätte, aber ich habe Angst, dass ich
dort von der Vergangenheit eingeholt werde, und wieder zu dem
langweiligen Schnösel Robert werde, den du mal kanntest. Auch kennt
hier auf der Malton High School niemand meinen älteren Bruder.
Ich
muss mich nicht verstecken, bin nicht mehr der "Loosertyp".
Ich habe hier ein ganz neues Leben begonnen, Laurie! Würde ich jetzt
wieder zurückkommen, wäre alles hin! Nun bin ich nicht mehr
"Robert Billings, der Langweiler" sondern "Robert, der
Sieger"! Was Amy und Brian betrifft, grüße sie schön von mir,
und richte ihnen einen Glückwunsch aus.
Brian
hat mir geschrieben, die Footballmannschaft hat das erste Mal nach vier
Jahren ein Spiel gewonnen! Das ist echt super. Er schrieb, das Deutsch,
dieser kleine Fiesling, ausgetreten sei. Wurde auch langsam Zeit, nicht
wahr?
Ich
finde es übrigens total nett von dir und den anderen, dass ihr mir
schreibt.
Bis
dann, deine Robert Billings
Lehrerkommentar:
Es hat richtig Spaß gemacht, deinen lebhaften Briefwechsel zwischen
Robert und Laurie zu lesen. Nicht nur, weil du ihn sprachlich
ansprechend und flüssig formuliert hast, sondern weil so auch dein
tiefe Verständnis der Zusammenhänge des Jugendromans "Die
Welle" Belegt, und deine Fähigkeit aufzeigt, dich in verschiedene
Figuren hineinzuversetzen. Unter Berücksichtigung der sehr guten
Rechtschreib- und Zeichensetzungsleistung wird die Klassenarbeit
insgesamt mit der Note: 1 bewertet.